Wir lieben Konsens

Sich Unterstützung holen

Posted on: 31. Januar 2011

Was ganz enorm hilft, um das Zustimmungskonzept bewusst zu nutzen: Es mit anderen teilen! Sprich darüber nicht nur mit deinem Freund/deiner Freundin, sondern versuche andere Menschen in deinem Umfeld zu finden, die auch pro-consent sind und das Zustimmungskonzept umsetzen möchten. Schon allein zu wissen, dass andere dir in Dingen wie „Nein heißt Nein“ und „ein enthusiastisches Ja heißt Ja“ zustimmen, hilft ganz enorm, wenn mal Durststrecken in Sachen Consent-Umsetzung durchzustehen sind.

Manchmal kriegt man es nicht so ganz hin mit dem Konsens, hat seine/n Partner/in doch mal wieder versucht zu etwas zu überreden, das sie/er nicht will. Oder mensch sagt ständig auf so unangenehme Art und Weise Nein, dass das Gegenüber echt keine Lust mehr auf Zustimmungskonzept hat. Da hängt schnell mal der Beziehungsfrieden schief. Wenn man dann versucht mit dem Partner/der Partnerin seine Lust auf Zustimmungskonzept wieder zu entdecken, wird das durch die gegenseitige schlechte Laune und Enttäuschung oftmals echt getrübt und dann hat man gar keine Lust mehr.

In dem Fall ist es gut, Andere zu haben mit denen man darüber reden kann. Mit denen man besprechen kann, was schief gelaufen ist und die einen ermuntern, nicht die Flinte ins Korn zu werfen.

Eigentlich logisch, dass man seine Probleme mit Freunden bespricht. Nur haben (vermutlich) nicht alle deine Freunde schon mal vom Zustimmungskonzept gehört. Also erzähl ihnen davon, bevor dein Beziehungs- oder Affärensegen schief hängt und falls du sie begeisterst, hast du sie sicherlich mit Rat an deiner Seite, wenn du sie dann mal brauchst.

Das Zustimmungskonzept ist (für mich und meine Freunde) auch Teil einer politischen Analyse. Nicht alle Menschen teilen diese politische Analyse und das macht es manchmal schwer, dass andere das Zustimmungskonzept vorbehaltlos unterstützen. Such also im jeweiligen Umfeld nach Menschen, die (wenn dir das wichtig ist) deine politische Analyse teilen.

So, ich geh’ mich mal fix ausheulen bei einer Freundin, weil ich kürzlich von meinem Consent-Gegenüber enttäuscht wurde. Und dann versuche ich wieder darauf zu vertrauen, dass alles wieder okay wird und Consent für uns beide gleich wichtig ist.

4 Antworten to "Sich Unterstützung holen"

Mit Kuss und Gruß an die Korrekturtante ;)

Hey –

ganz ehrlich, ich kapier das nicht.

„Manchmal kriegt man es nicht so ganz hin mit dem Konsens, hat seine/n Partner/in doch mal wieder versucht zu etwas zu überreden, das sie/er nicht will.“

Was hat überreden denn mit fehlendem Consent zu tun? Ich finde ja das, was Du in den FAQ über Kooperation geschrieben hast ganz sinnvoll, aber da liegt ein Kategorienfehler vor, wenn Du das auf Zustimmung beziehst. Zustimmung muß nicht enthusiastisch sein. Klar ist es toll, wenn sie es ist, aber selbst wenn sie es nicht ist, ist es Zustimmung. Sonst kommt man ganz schnell in problematische Ecken, wenn es zum Beispiel um Sexarbeit und Freiwilligkeit geht und muß dämliche Hilfskategorien wie „Enthusiasmus für Geld“ oder in Beziehungen mit asymmetrischer Sexualität, bei der er Sachen macht, die sie will, aber er nicht, wie „Enthusiasms für die Beziehung“ aushelfen. Aber beides passt nicht.

Das Problem ist, daß „Yes means Yes“ super für den Dialog über Sex im Vorfeld geeignet ist, aber nahezu nutzlos, wenn es um spezifische Interaktionen geht, für die es logischerweise keine Standards gibt: Da kann dann logisch nur „no means no“ gelten.

Hallo,
Ziemlich verspätet antworte ich…

Überreden hat nichts mit Zustimmungskonzept zu tun. Meines Erachtens nach ist überreden absolut Tabu. Dass ich trotzdem manchmal nerve, rumjammere, versuche zu überreden liegt einfach daran, dass ich nicht perfekt bin. Dass ich hier über meine Erfahrungen mit dem Zustimmungskonzept schreibe bedeutet ja nicht, dass ich nichts mehr zu lernen habe. Eher im Gegenteil.

Und, nein, Zustimmung muss nicht immer enthusiastisch sein. Zustimmung kann auch ganz leise, teilweise wortlos geschehen. Nur resignativ sollte sie keineswegs sein.

Über Zustimmung und Sexarbeit bzw. der praktischen Umsetzung des Zustimmungskonzepts bei Sexarbeit kann ich gar nichts sagen. Aber es wäre sehr, sehr spannend etwas darüber zu lernen. Also falls du entsprechende Quellen kennst, dann verrat sie mir mal.

M.E. nach gilt sowohl yes means yes als auch no means no für Interaktionen. Wenn ich meine Freundin frage, ob sie geküsst werden will, dann küsse ich sie, wenn sie Ja sagt. Oder wenn sie sagt „Ich weiß es nicht, lass es uns probieren.“

Uff ich bin mude die Sonne ist schon wieder weg und meine Notizen sind gerade nicht zur Hand..Gut dann mache ich jetzt einfach Werbung fur das Projekt dass ich im Moment am laufen habe das Zustimmungskonzept zu verbreiten. Arger mit allen Menschen die das Zustimmungskonzept nicht anwenden wollen..Das sind manchmal Menschen die ich echt liebhabe.

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