Wir lieben Konsens

One Night Stand Szenen, Klappe die Erste

Posted on: 20. April 2011

Meines Erachtens nach ist der ideale Zustand erreicht, wenn man mit möglichst wenig möglichst stressfreier Kommunikation zu möglichst viel einvernehmlichem Spaß kommt.
Da man in einer längeren Beziehung verhältnismäßig viel Zeit zur Verfügung hat um zu klären wer was wann wie mag, kann man die sich auch nehmen. In One Night Stands geht es  ein wenig schneller zur Sache. Daher sind One Night Stands meiner Meinung nach etwas für die Kommunikations-Profis unter uns.

Hier ein paar Beispiele dafür, wie in One night Stands gefragt oder geantwortet werden kann. Frei aus meiner Fantasie. Wer was wann antwortet und wie viele Menschen beteiligt sind überlasse ich eurer Fantasie. Und mit wem ihr übt, beim Spaß effizient zu kommunizieren, ebenfalls. Ich hoffe, die beschriebenen Situationen inspirieren euch ein bisschen.

Szene 1
Darf ich dich küssen? Ja. Darf ich dich auf mein Bett schubsen? Ja. Darf ich dich ausziehen und über dich herfallen? Ja. Darf ich dir Knutschflecken verpassen? Nein! Um Himmels Willen, ein Glück, dass du das gefragt hast!

Szene 2
Darf ich dich küssen? Ja. Darf ich dich auf mein Bett schubsen? Ja. Darf ich dich ausziehen und über dich herfallen? Ja. Darf ich dir Knutschflecken verpassen? Ja. Ach übrigens, wenn du was tust, was ich blöde finde, dann sag ich es dir schon. Okay… ich auch. Außer wenn du mich ausziehst. Bevor du mir unter die Klamotten gehst, musst du fragen. Okay. Mach ich. (Es passieren unanständige Sachen.) Muss ich dich fragen ob es okay ist, bevor ich mich selbst ausziehe? Nö. (Es passieren unanständige Sachen.) Kannst du mich jetzt mal bitte endlich vögeln? Oh, ja, natürlich. Ich war zu schüchtern um zu fragen… ob ich das darf. Klar darfst du. Ich hab doch gesagt: Mach was du willst und wenn ich es blöd finde, dann sag ich es schon. (Es passieren unanständige Sachen.) Ey, lass das mal. Menno. Darf ich dir stattdessen ins Ohr beißen? Weiß nicht, mach mal. Oh… mach weiter!!!

Szene 3
Gibt es etwas, das du auf den Tod nicht leiden kannst?
Ja. Vögeln.
Vögeln?
Naja, so Penis in Vagina und dann rein und raus.
Mh. Verdammt. Weißt du, ich leide an der Vorstellung, dass ich eine unreife Sexualität habe wenn ichs einer Frau nicht vaginal besorgen kann. Was hältst du denn davon, wenn ich dich stattdessen ans Bett fessle und dir den Hintern versohle?
Au das klingt gut. Kannst du vorher und hinterher an meinen Brustwarzen knabbern? Davon komme ich meistens. Leg aber ein Handtuch unter, ich ejakuliere manchmal.
Wie geil. Moooment, wo hab ich denn meine Handschellen gelassen?
(Es passieren unanständige Sachen.)
Was dagegen, wenn ich dir in den Hintern zwicke?
Nö. Aber so geil finde ich das auch wieder nicht.
Schade. Was fändest du denn gerade geil?
Wenn du mich in den Hintern beißen könntest, so mit den Eckzähnen.
(Es passieren unanständige Sachen.)

Szene 4
Mach mal. Wenn ich es doof finde, sag ich Toaster.
Dito.
(Es passieren unanständige Sachen.)
Toaster.
Tschuldigung. Soll ich es weniger fest machen?
Nein. Weniger sanft.
Ach so. Okay.
(Es passieren unanständige Sachen.)
Toaster. Ich hab genug. Du auch?
Mh… ja. (sie schlafen eng umschlungen ein.)

6 Antworten to "One Night Stand Szenen, Klappe die Erste"

Hi tuc
ich würde unanständige Sachen nicht benutzen, siehe philosophisches Wörterbuch: Unanständig heißt dasjenige Betragen, welches dem ästhetischen oder sittlichen Gefühl einer Gemeinschaft widerspricht und ihr deshalb mißfällt. Im besonderen ist alles unanständig, was das Schamgefühl verletzt. Je nach dem Bildungsgrade halten aber verschiedene Klassen etwas anderes für unanständig. Vgl. Anstand.
Ich glaube das du das nicht meinst. Frohe Ostern mense

Hi Mense,
Klar weiß ich, was du meinst. Aber „unanständig“ ist das Wort bei dem dir Info, was ich meine, am besten ankommt. Schlag doch mal eine bessere Alternative vor!
tuc

Ich finde „unanständig“ hier absolut richtig verwendet.
Sogar laut diesem phil. Lexikon: ich bin sicher, dass Bettgemeinschaften in der Regel „ein Betragen an den Tag legen, dass gegen das ästehtische und sittliche Gefühl der Allgemeinheit verstößt :) und deren Schamgefühl verletzten“.

Das ist ja das schöne – dass das allgemeingültige Schamgefühl im Bett nicht gilt. Weil man seinen intimen ästhetischen & sittlichen Konsens mit dem anderen definiert.
„Unanständig“ = Bettkonsens (hoff. sexy)

Aber wenn man in einem öffentlichen Blog drüber schreibt, ist „unanständig“ angebracht. So hoffe ich doch für die beiden :)

So habe ich das noch garnicht gesehen. Danke für den Kommentar, Debby!

Ich habe diesen Blog gerade erst entdeckt und bin begeistert.
Ich habe mich bisher nie theoretisch mit consent auf sexueller ebene beschäftigt, wende es gerade bei one-night-stands aber immer an.
Was schiftlich eher seltsam wirkt, funktioniert in der praxis bestens.
Gerade als Bio-und soziale Frau die, in erster Linie, mit Bio-Männern schläft bekommt mensch noch sehr schöne reaktionen a la „das wurde ich noch nie gefragt, da muss ich jetzt erstmal drüber nachdenken“ auf die direkte frage nach sex oder die aussage „ich hätte gerne sex mit dir“.

Die Erfahrung, das meine Fragen positives Erstaunen auslösen habe ich auch schon mal gemacht. Zuerst ein leicht angenervtes „Man, küss mich doch, wenn du mich küssen willst!“ und am Ende ein „Ich mag es, wenn du fragst, ob du mein Hemd aufknöpfen darfst.“
Wenn mein Gegenüber merkt, dass ich Consent nicht als Machtmittel missbrauche um herumzukommandieren, sondern um Einvernehmlichkeit herzustellen. So weit ich das von Männlichkeiten* erzählt bekomme, scheint es für viele ein großer Aha-Effekt zu sein, dass ihnen Grenzen zugestanden werden. Dass sie nicht den Job haben, Sexmonster zu sein, sondern dass sie auch Nein zu Sex sagen können.

*Biomänner, Trans*männer und alle anderen männlich identifizierten.

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