Wir lieben Konsens

Bitte um Feedback

Posted on: 2. September 2011

Liebe_r Lesende_r,
Ich wüsste gern…
…was hast du auf dieser Seite bisher gelesen?
…hast du schon Mal irgendwas von dem gemacht, was bei „Mach mit!“ vorgeschlagen wird?
…wie bist du überhaupt auf diese Seite gekommen?
…ist der Text „Was ist das Zustimmungskonzept?“ verständlich?
…hattest du Aha-Effekte?
…setzt du das Zustimmungskonzept in der Praxis um? Wenn ja, wie?

8 Antworten to "Bitte um Feedback"

Ich habe ALLES auf dieser Seite (oft mehrmals) gelesen. Ich habe sie damals über die Mädchenmannschaft gefunden, glaube ich; ich finde sie großartig und will dir endlich mal dafür danken, dass du so viele Dinge, die in meinem Kopf herumschwirren (oft begleitet von einer Kompanie Fragezeichen) in Worte fasst und oft beantwortest.

Vieles von dem, was du schreibst, gibt mir Kraft, sagt mir, dass es ok ist, öfters mal nein zu sagen etc… aber vieles gelingt mir leider nicht, was mich echt frustriert und wütend auf mich selbst macht. Daher ist es auch schwer, zu sagen, ich könnte hier was Hilfreiches beitragen, anstatt immer nur passiv zu konsumieren. :(

Hallo Paula!
Weißt du, als ich meinen ersten Workshop über Zustimmung gehalten habe war es für mich auch noch graue Theorie. Trotzdem gefielen meine Workshops Leuten. Ich kann mir also gut vorstellen, dass du auch etwas beitragen kannst. Zum Beispiel könntest du überlegen, wie die perfekte Situation in Punkto Kommunikation aussähe: Wann müsste gefragt werden, wann nicht? Würdest du verbal oder nonverbal kommunizieren? Welche worte oder Signale würdest du gerne benutzen?
Ich würde mich sehr freuen, wenn du das beantworten würdest und ich es veröffentlichen dürfte.
Grüße,
tuc

Hallo,

ich habe ziemlich lange auf deiner Seite gelesen und war schon drauf und dran, meine Konsensgeschichte zu verfassen.

Ich weiß nicht, ob es für dich wirklich eine Konsensgeschichte wäre, für mich und die anderen Beteiligten ist sie es.

Aber ich habe den Plan dann doch wieder verworfen.

Die Geschichte widerspricht doch in einigen Punkten dem, was du als Konsens propagierst. Außerdem müsste ich detailliert auf „Handgriffe“ eingehen, die zwischen mir und den anderen Beteiligten liefen, weil ja dein Konsensbegriff, sehr diese Handgriffe zugrundelegt. Ich habe einfach zu sehr Bedenken, mich nach Schilderung meiner Geschichten hier auf der „Anklagebank“ wiederzufinden. Und das ist das letzte, was ich will.

Noch zu ein paar deiner konkreten Fragen: Gekommen bin ich auf dein Blog durch irgendein anderes Blog, keine Ahnung mehr durch welches. Aha-Effekte hatte ich keine; eher Häh- oder Wie-soll-das-den-gehn-Effekte. Das Zustimmungskonzept setze ich in der Praxis so extrem, wie du es propagierst, nicht um. In gewisser Weise schon, aber nicht ganz so extrem. Und ich würde auch ehrlich gesagt nicht wollen, dass Menschen, mit denen ich zu tun habe, an mir das Zustimmungskonzept so extrem umsetzen würden.

gelesen : fast jeden post hier, gerne/oft mehrmals :)
da ich u.a. viele engl. (sog. sex-psositive) blogs lese, freue ich mich über diesen blog in/auf deutsch zu diesem mE ganz wichtigen thema !

btw/z.K. habe gerade wieder hier gelesen, vielleicht interessiert es dich /auch – englisch :

http://www.mysexprofessor.com/gender-issues/just-because-i-kiss-you-doesnt-mean-i-want-to-have-sex-with-you/

http://www.theconsensualproject.com/

als konsequente-nicht-blogga fühle ich mich „blöd“ wenn ich lese, zustimmend nicke (bzw. food-for-my-thoughts/input bekomme) und dann ggf. meinen spontanen/enthusiastischen „wow, danke-kommentar“ hinterlasse mit meist kurzem feedback oder gedanken meinerseits. u.a. weil : ich halte absoutnix von „negativität“.
und . das . war’s . dann .

weil z.b. menschliche/kommunikation ist ja oft 70/30 – getipptes kann oft miss-interpretiert werden usw. usf.
ausserdem ist meine lese-/arbeitssprache seit 20+ jahren englisch (ich bin deutsche und lebe unterdessen wieder in dld.)
und gefühlt bin ich für dld. u.a. viel zu „positiv“ und viel zu spontan. whatever. well.

Ich lese hier schon länger hier am lesen… Bin glaube ich auch über die Mädchenmannschaft hierher gekommen und hängen geblieben, da ich in der Zeit mich viel mit Kommunikation in Beziehungen auseinandergesetzt habe…
Das Zustimmungskonzept halte ich für eine gute Grundlage, die man durchaus auch auf andere Bereiche ausweiten kann. Nicht zuletzt sind die Beiträge ganz gut geschrieben und interessant.

hey hey,
first off – this is not a one way street. we’re just really quiet cars and freshly oiled bicycles.

…was hast du auf dieser Seite bisher gelesen?
oh sehr vieles (fast alles möchte ich behaupten!), komme alle paar wochen mal hierher und freue mich über neue posts. fühle mich hier wohl und verstanden.

…hast du schon Mal irgendwas von dem gemacht, was bei „Mach mit!“ vorgeschlagen wird?
Ja, folgendes:
-> Erzähl deinen Freunden vom Zustimmungskonzept – ja, hab ich!!
-> Gib ihnen die Adresse dieser Internetseite – ist passiert :-)
-> Erzähl eine Konsensgeschichte
-> Schreib deine Erfahrungen mit Konsens auf und schick sie mir damit ich sie auf dem Konsensblog veröffentlichen kann :D
->Frag deine:n Freund:in bevor ihr euch anfasst ob er/sie das so möchte und reagier der Antwort entsprechend
-> Schreib wirliebenkonsens.wordpress.com auf die Klowand deines Lieblingscafés
-> Red noch mal mit deinen Freunden über Konsens
-> Kommentiere beim DVD schauen mit Freunden die Sexszenen mit „konsensloser Mist“ oder „Yeah, mit Zustimmung – voll sexy“
-> Sag deinen Lieblingsblogs, Lieblingsseiten, Lieblingsforen dass sie diese Seite verlinken sollen – hab einen thread über diese tolle seite auf einer queer seite eröffnet.

…wie bist du überhaupt auf diese Seite gekommen?
ich weiß es nicht mehr. ist einfach unter favoriten gespeicher :-) hmm. ich glaube ich bin über gewaltfreie kommunikation darauf gekommen. habe mir viele gedanken zu bedürfnisorientiertem sprachgebrauch gemacht und da passt dieses konzept sehr gut dazu. ich fand konsens auf anhieb sexy und diese seite auch!

…ist der Text „Was ist das Zustimmungskonzept?“ verständlich?
Ja ist er. ich mag die ausführlichkeit, bin aber auch eine geduldige leserin. vielleicht kann es irgendwo eine kurzfassung davon geben…. gibt es aber schon in flyerform glaube ich hier auf der seite…. das alte layout hat mir übrigens besser gefallen. sah einfach schicker aus.

…hattest du Aha-Effekte?
nein, nicht wirklich. aber wie oben schon mal geschrieben fühle ich mich sehr verstanden was das konsenskonzept generell angeht und das finde ich sehr angenehm. ich fand’s auch schön hier formulierungen zu finden für sachen, die ich bisher nocht nicht so klar ausdrücken konnte. manchmal fühle ich mich hier etwas fremd weil ich eine exklusive partnerschaft lebe und mit s/m praktiken nichts anfangen kann. grundsätzlich finde ich es gut, dass alles hier seinen platz hat.

…setzt du das Zustimmungskonzept in der Praxis um? Wenn ja, wie?
ja und mir ist das sauwichtig! praktiziere konsens in meiner partnerschaft. mit leuten mit denen ich gerne kuschel. und überhaupt nicht nur in sexuellen kontexten. am liebsten würde ich in einem umfeld arbeiten mit konsensentscheidungen. ich finde konsens einfach sehr bereichernd und effektiv (weil alle die entscheidungen mittragen) und daraus entsteht eine tolle energie (nicht nur beim sex). ich glaube konsens hat bei mir einfach sehr viel mit achtsamkeit mit und respekt für mich und andere zu tun. und diese werte stehen bei mir ganz oben.
am anfang fand meine partnerin es schräg über sex zu reden überhaupt und viel darüber zu reden und ich stimme dem einen titel hier zu: ‚reden lernt man durch reden‘. mir gibt es sehr viel, zu wissen, wie es meiner lieblingsfrau geht, was sie (nicht) möchte, was ihr gut tut und was sie anmacht. ich sehe das als vertrauensbeweis und freue mich über tiefe und vertrautheit in der beziehung, die für mich u.a. auch durch reden/konsens entstehen.

danke für deine mühe! und lass uns (du, die anderen die wollen und ich) weitermachen
ich werde mich ab und zu beteiligen!
alles liebe, m.

Hhm, kann verstehen wie doof das manchmal sein kann. Da gibt mensch seine gedanken in so einen blog, und kriegt mit, dass viele menschen sie lesen, aber bekommt kaum was zurück. Also gut, versuch ich es mal. Auch wenn ich nich so detailliert auf deine fragen eingehe, is mein text vielleicht trotzdem ne art antwort…
Ich hab ziemlich viel hier gelesen, vor allem bin ich auch den links gefolgt. Meine motivation war vor allem eine suche nach möglichkeiten meine beziehungen allgemein konsenzorientiertes zu gestalten. Mir ging es nicht nur um gliechberechtigtere und bedürfnisorientiertere kommunikation auf einer sexuellem ebene, sondern auf allen ebenen der beziehungen.
Vieles was ich hier gefunden habe hab ich dann auch eher „aussortiert“ oder im übertragenen sinne für mich als anstoß genommen. Viele fragestellungen haben sich für mich so nicht gestellt (meine beziehungen sind heterosexuell) andere kamen hier nicht zur sprache (wie kommuniziere ich auf angenehme art und weise absprachen mit mehr als einem beziehungspartner? Wie gehe ich mit dem zeitverzug um? Etc) – aber das is ja auch nich thema dieses blogs.
Und ich habe ihn weiterempfohlen, als grundlage um mit mir nahestehenden menschen über konsenz zu sprechen. Und die haben ihn weiterempfohlen… Oft bekam ich die rückmeldung, dass mensch das ja unmöglich alles genau so anwenden könne wie es da stünde. Aber auch, dass die grundidee eine sehr schöne und wichtige sei, und motivieren würde, das eigene kommuniktaionsverhalten zu reflektieren. Und die lektüre und gespräche darüber haben bei mir, und anderen menschen dazu geführt, dass wir neue arten über unsere wünsche zu sprechen ausprobieren, das wir versuchen, unsere eigenen wünsche überhaupt erstmal klarer wahrzunehmen und uns dann respektvoll und vorsichtig, aber auch stürmisch und leidenschaftlich darüber auszutauschen und sie zu erfüllen. Das is toll. Und daran hat der blog und seine ehrlichen radikalen inhalte „mitschuld“ und das is großartig! Wichtigste erkenntnis is und bleibt, dass ich nicht dran vorbeikomme meine gedanken mit anderen zu teilen, wenn ich mich wohlfühlen will. Und situationen zu schaffen, in denen alle beteiligte das tun können, wenn ich will, dass alle sich wohlfühlen. Und ich bin jedesmal überrascht wie gut das geht und wie gut das tut, einfach das zu sagen was ich wirklich denke, wirklich fühle, wirklich will (oder eben nicht). Die freiheit und das gute gefühl das sich dann einstellt is den mut und das adrenalin und die überwindung zehntausendmal wert – es is sogar fast wie sport: mensch kann das trainieren und üben und es einfach zu TUN is eh die einzig möglicheit die es gibt. Und dieser blog macht mut dafür.
Danke!
Ich wünsche mir von mir selber mir ab und zu die zeit zu nehmen um etwas zurückzugeben – geschichten zu erzählen von irrtümern, fehlern und grandiosen erfolgen – ich nehm es mir vor und hoffe im winter finde ich mehr zeit dazu.

nandar

ich bin komplett begeistert von diesem Blog! (entdecke überhaupt zur Zeit die wunderbare Welt der feministischen Blogs und bin von irgendeinem solchen auch hierhergespült worden).

Dein Zustimmungskonzept trifft auf Gedanken, die bei mir noch ganz unausgefeilt in der letzten Zeit in genau diese Richtung gingen, und bei denen ich mich fragte, ob die bei dem gegebenen Mainstream wie was im Bett zu laufen hat (in Heteroformationen ohne Spezialausrichtung) nicht als abseitig gelten würden, nicht für voll genommen würden. Gegen letzteres rebellierte eine innere Stimme, welche als Argument einführte, dass es doch wohl darum geht, Lust zu empfinden, wenn man mit jemandem ins Bett geht, und nicht ein Programm zu erfüllen, das einem vielleicht grade keine Lust bereitet, auch wenn es als DAS Lust-Programm schlechthin gilt und alle Heteros/-ras genau diese und nur diese Art von Sex zu haben und zu wollen scheinen. Das Wort „Eisenbahnschienen-Sex“ bringt es auf den Punkt.
Deinen Blog, bzw. vor allem das Zustimmungskonzept zu lesen, macht mir klar, wie richtig die Richtung dieser Gedanken ist. Im Grunde ist es mir ja auch selbst klar, aber ich empfinde die Übermacht der Eisenbahnschienenidee so stark, dass sie mich an meiner eigenen Erfahrung zweifeln lässt. Obwohl es eigentlich völlig einleuchtend, ja geradezu logisch und mehr oder weniger auf der Hand liegend ist, dass für zwei Leute Lust nicht immer dasselbe ist, orientiert sich die (heterosexuelle) Realität komischerweise überhaupt nicht an dieser einfachen Erkenntnis! Stattdessen verspricht Schema F Sicherheit – aber nicht sicheres Vergnügen. Und, nunja, diese Sicherheit scheint mir doch der einen Partei in der genannten Formation eher dienlich zu sein als der anderen (eine auch nicht ganz neue Erkenntnis).

Sehr hilfreich finde ich auch dein Konzept der Kooperation. Mitmachen, einwilligen, aber ohne wirkliche Lust dazu und daran – um des vermeintlichen Bettfriedens willen, weil frau sonst „nicht normal“ ja gar pathologisch ist oder was da sonst noch für Ängste als Motivationsfaktor wirken; da ist schon der Kern des Selbstbetrugs angelegt und mit lustvollem Erleben hat es dann logischerweise auch nichts zu tun.

Bei manchen Stellen im Zustimmungskonzept fragte ich mich, ob das Angewiesensein auf Zustimmung nicht auch bürokratisch ausarten kann und Spontaneität unterbindet.
Andererseits eröffnet ja grade das Spielräume und letztlich die Freiheit, nach der eigenen Wahrheit der Lust zu gehen, indem bei jedem Schritt offen ist und frei entschieden/nachgefühlt werden kann, ob er nun lustvoll ist oder nicht. Diese freien Gedanken sind großartig und machen mir die Bräsigkeit des „auf a folgt b“-Denkens, an das ich mich leider schon gewöhnt hatte, wieder klar. Das Eisenbahnschienenmodell beraubt sich so vieler Möglichkeiten.

Sollte sich irgendwann wieder die Möglichkeit für mich ergeben, bin ich ganz wild darauf, das Zustimmungskonzept auszuprobieren! 

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