Wir lieben Konsens

ein zu viel an Berührung konfrontieren

Posted on: 16. Februar 2012

Vor ein paar Tagen las ich die Kopie eines Briefs an einen Tangotänzer, den ich vor Jahren geschrieben habe. Ich schrieb ihm unter anderem, dass ich mir wünschte beim tanzen meine Hand in seinen Nacken legen zu dürfen und ihm auch in anderer Art nahe zu sein. Heute würde ich für ersteres keinen Brief mehr schreiben sondern ihn während des Tanzens fragen, ob ich seine Haut berühren darf. Den Wunsch nach etwas, dass nicht da ist zu formulieren habe ich mittlerweile gelernt.
Jetzt stehe ich vor einer anderen Schwierigkeit. Ein Tänzer mit dem ich grundsätzlich gerne tanze berührt mich manchmal in einer Art, die mir unangenehm und zu viel ist. Da ich so nicht mit ihm tanzen möchte muss ich ihn darauf hinweisen. Um mich nicht aus Ärger über seine Taktlosigkeit im Ton zu vergreifen wähle ich die gewaltfreie Kommunikation. Wenn er mich das nächste Mal auffordert oder ich ihn frage ob er tanzen will, nehme ich mir also vor, folgendes zu sagen:

„Du hast, als wir letztes Mal im Roten Salon miteinander getanzt haben, mehrmals deine Hand auf den unteren, unbedeckten Teil meines Rückens gelegt. Das ist mir unangenehm. Ich möchte beim tanzen frei wählen, wieviel körperliche Nähe entsteht.
Achte bitte darauf, beim tanzen mit mir nur die Stellen meines Rückens zu berühren, die bedeckt sind. Wenn ich ein rückenfreies Oberteil anhabe, ist das natürlich nicht möglich aber sonst schon.“

Drückt mir die Daumen, dass ich mich traue und dass es gut klappt. Wenn ich mich nicht traue, werde ich, falls es noch Mal passiert, wohl einfach seine Hand nehmen und an die richtige Stelle rücken.

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