Wir lieben Konsens

Hallo!

Posted on: 11. Januar 2011

In der nächsten Zeit werden wahrscheinlich ein paar Gastbeiträge von mir hier erscheinen, also nutze ich den ersten solchen mal, um mich vorzustellen. Ich heiße Patrick und liebe Konsens.

Als Lehrer und damit professioneller Erzieher ist es mein Ziel, meine Schüler_innen zu mündigen und kritischen Bürgern zu erziehen – dazu gehört die Fähigkeit, bewusste Entscheidungen zu treffen. Diese bewussten Entscheidungen beziehen sich natürlich auch auf den Bereich der Sexualität.

Sexualität ist meiner Erfahrung nach besonders schön und erregend, wenn alle Beteiligten Spaß daran haben können. Dazu gehört nicht nur, Unerwünschtes zu verneinen, sondern auch das Bejahen gewollter Handlungen.

Wie man vielleicht merkt, bin ich ein Mensch, der sehr theoretisch denkt, der analysiert und abstrahiert. Was man außerdem wissen sollte: meine Sexualität beinhaltet BDSM, also durchaus auch künstliche Machtgefälle und konsensueller non-Konsens. Andererseits gibt es im BDSM natürlich eine Tradition von Safewörtern und Konsensualität.

Ich muss etwas gestehen: ich benutze kein Safewort.

Ich gehöre allerdings keinesfalls zu den Leuten, die meinen, Stop-Worte/Slow-Worte/Okay-Worte seien nutzlos oder würden das Erlebnis verfälschen. Ich bin ein großer Befürworter von Safeworten. Ich halte sie für notwendig, selbst wenn man sich gut kennt. Und wenn man auf sie verzichtet, dann sollte man sich bewusst sein, dass hier ein zusätzliches Risiko besteht, dass man ohne Gurt Auto fährt.

Und mein Geständnis von oben stimmt auch nicht ganz. Vielmehr benutze ich keine speziell verabredeten Safeworte – mit einer Ausnahme (siehe unten). Das liegt sicher auch daran, dass ich keine extensiven Rollenspielszenarien durchlebe, in denen bestimmte Reaktionen vorgeschrieben wären. Sondern ich mit erwachsenen Frauen zu tun habe, und wenn ich die ernsthaft frage, ob alles in Ordnung ist, dann antworten die mir ernsthaft. Und keine von ihnen hat besonderen Spaß daran, um Gnade zu flehen oder ähnliches, sodass eine Bitte um Nachsicht ebenfalls ernst gemeint ist. Sozusagen kommunizieren wir offen über die Dinge, die sonst mit Safeworten kodiert werden.

Es gibt aber ein Stoppsignal: drei Mal klopfen oder schnippsen, dreimal wiederholt. Für die Fälle, in denen sie nicht sprechen kann. Dieses Signal bedeutet, dass ich sie sofort sprechfähig mache und zuhöre, was los ist.

So, und mit diesem Wissen seid ihr wahrscheinlich vorbereitet genug auf mich. Ich stehe aber für Fragen zur Verfügung. Ansonsten: bis demnächst!

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